Studie zeigt: Quanten­sprünge lassen sich beobachten und steuern

Studie zeigt: Quanten­sprünge lassen sich beobachten und steuern

Über ein Jahrhundert lang haben Physiker*innen über die exakte Natur des „Quanten­sprungs“ diskutiert, ein zentrales Konzept der Quanten­physik, das beschreibt, wie Elektronen in einem Atom zwischen diskreten Energie­niveaus springen, ohne dabei einen Zwischen­zustand einzunehmen.

Bahnbrechende aktuelle Forschung liefert jetzt klare Antworten und beendet langwierige Debatten über die vermeintlich spontane und zufällige Natur dieser Sprünge.

Quanten­sprünge vorhersagen und umkehren

Forschende der Yale University in den USA konnten zeigen, dass Quanten­sprünge nicht völlig spontan oder zufällig sind.

Mit einem supraleitenden Schaltkreis, der ein Atom nachahmte, haben sie diese Vorgänge beobachtet und sogar beeinflusst. Noch bevor ein Sprung erfolgte, traten Signale auf, die kurzfristige Vorhersagen ermöglichten, eine längerfristige Prognose bleibt aber weiterhin unmöglich.
Entscheidend ist, dass in dieser kontrollierten Umgebung ein Eingriff möglich war: Kurz nachdem ein Sprung begonnen hatte, konnten die Wissenschaftler*innen durch einen elektrischen Impuls eingreifen und das Atom in seinen Grundzustand zurückversetzen.

Dies gelang nur, weil die Sprünge einem vorhersehbaren Ablauf zwischen den Energie­niveaus folgen und etwa vier Mikrosekunden dauern, statt, wie manche Theorien annehmen, sofort abzulaufen.
Die Fähigkeit, Quanten­sprünge zu steuern, könnte enormen Einfluss auf die Entwicklung der Quanten­computer haben. Quanten­physiker Zlatko Minev sieht darin einen wichtigen Schritt zur Korrektur von Fehlern, die während quantenmechanischer Berechnungen auftreten können.

Ein unerwarteter Sprung, möglicherweise ein Hinweis auf einen Rechenfehler, könnte zukünftig rechtzeitig erkannt und sogar während des Vorgangs rückgängig gemacht werden.

Quanten­technologie der Zukunft

Die Quanten­informations­wissenschaft, die sich auf die Nutzung quanten­mechanischer Eigenschaften für innovative Technologien fokussiert, erfährt aktuell starke Förderung und reges Forschungs­interesse.
Programme wie die Quantum Leap Challenge Institutes der US-amerikanischen National Science Foundation, einer staatlichen Förder­agentur für Wissenschaft, treiben mit interdisziplinärer Zusammenarbeit die Entwicklung in den Bereichen Quanten­sensorik, -rechen­technik und -netzwerke voran.

Solche Organisationen wollen Durchbrüche in Biomedizin, Grundlagen­physik und Material­wissenschaft erreichen, und sie unterstützen landesweite Initiativen, die die Quanten­forschung schneller vorantreiben sollen.
Die gezielte Steuerung von Quanten­phänomenen markiert damit einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu den Technologie­möglichkeiten der nächsten Generation.