Deutschland hat mit der Inbetriebnahme von JUPITER, Europas erstem Exascale-Supercomputer, am 5. September 2025 im Jülich Supercomputing Centre einen entscheidenden Schritt in die Zukunft des Rechnens gemacht. Die Zeremonie, an der auch Bundeskanzler Friedrich Merz teilnahm, wurde als Meilenstein für die deutsche Wissenschaft und Europas technologische Souveränität gefeiert.
Mit Kosten von rund 500 Millionen Euro, die gemeinsam von der Europäischen Union, der Bundesregierung und Nordrhein-Westfalen getragen werden, kann JUPITER mehr als eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde ausführen. Gebaut wurde das System von Eviden, einer Tochter von Atos, gemeinsam mit dem deutschen Unternehmen ParTec. Es ist mit rund 24.000 NVIDIA-GH200-Grace-Hopper-Superchips ausgestattet. Das modulare Design erstreckt sich über 2.300 Quadratmeter und lässt Raum für künftige Erweiterungen, darunter ein für 2026 geplantes Cluster Module mit in Europa gefertigten Rhea1-Prozessoren.
Als viertschnellster Rechner der Welt ist JUPITER 20-mal leistungsfähiger als jedes andere System in Deutschland. Er wird zur größten KI-Maschine des Kontinents und soll fortschrittliche Sprachmodelle trainieren sowie die neu eingerichtete JUPITER AI Factory unterstützen. Für Forschende eröffnet er die Chance, den Abstand zu den USA und China zu verkleinern, wo die KI-Entwicklung weiter fortgeschritten ist.
Wissenschaftliche Durchbrüche jenseits der KI
Der Einsatzbereich des Rechners geht weit über Künstliche Intelligenz hinaus. Forschende wollen hochauflösende Klimasimulationen durchführen, um Extremwetter bereits Jahrzehnte im Voraus vorherzusagen. Neurowissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler planen, Hirnaktivitäten bis auf die Ebene einzelner Neuronen zu modellieren und so die Alzheimer-Forschung voranzutreiben. JUPITER wird außerdem Projekte für erneuerbare Energien unterstützen – von der Optimierung von Windturbinen bis hin zu fortgeschrittenen Quantensimulationen.
Trotz seines enormen Energiebedarfs ist das System auch in Sachen Effizienz weltweit führend. Es läuft vollständig mit erneuerbaren Energien, nutzt Warmwasserkühlung und verwendet Abwärme, um Campusgebäude zu heizen. Kanzler Merz bezeichnete JUPITER als Beleg für Europas Anspruch, digitale Unabhängigkeit zu erreichen und gleichzeitig wissenschaftliche Durchbrüche zu ermöglichen.

