Erzgebirge Nussknacker

Zeitarbeit und Geschichte aus dem Erzgebirge

Das Erzgebirge war einst ein unzugängliches Waldgebiet. Dank seiner natürlichen Grundlagen, wie der schier unerschöpflichen Kraft des Wassers, dem Holzreichtum und dem hohen Mineraliengehalt, entwickelte sich das Bergbau- und Industriegebiet schnell. Die Landwirtschaft war schon immer schwierig und unrentabel, weil das Klima hart und der Boden steinig war. Die Geschichte der Besiedlung und Nutzung des Erzgebirges begann im 12. Jahrhundert mit großen Silberfunden. Seither widmen sich Männer dem Abbau von Mineralien (Silbererze) und Frauen dem Kleinkunsthandwerk wie Spitzen und Stickereien. Dies kann als Grundlage für die weitere Entwicklung der Textilindustrie angesehen werden.

Mit der Kraft des Wassers und dem Überfluss an Holz wurden einfache Gießereien und Hammermühlen gebaut, um Metallerz zu verarbeiten. In der Zwischenzeit werden weitere Mineralressourcen wie Eisenerz und Zinn entdeckt. Im Mittelalter wurden die Städte Schneeberg, Freiberg, Annaberg, Buchholz etc. aufgrund der zunehmenden Einwanderung ins Erzgebirge und neuer Mineralienfunde gegründet. Auch die Personaldienstleister aus dem Erzgebirge freut das. Diese Städte nahmen viele Einwanderer auf, die im Erzgebirge Arbeit und Wohlstand suchten.

Die ersten Probleme traten auf, als in England Walzwerke erfunden wurden, wodurch die Hammerwerke nicht mehr wettbewerbsfähig und rentabel waren. Der Versuch, im Erzgebirge eine neue Technik einzuführen, ist weitgehend gescheitert. In dieser Zeit entwickelten sich der Maschinenbau, die Blech- und Emailleproduktion sowie die Besteckindustrie. Die reiche Erfahrung der Bevölkerung in der Metallgewinnung und -verarbeitung ist dabei sehr nützlich.

Mit der Gründung der deutschen Firma Zollverein im Jahre 1833 entwickelte sich die Branche rasant und erhielt 1858 mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Aue über Schwarzenberg nach Zwickau einen weiteren Schub, der es ermöglichte, lokale Produkte auf Messen in Leipzig zu präsentieren. Außerdem wurde Ruda zu Beginn des Jahrhunderts zum Zentrum der Textilindustrie in Sachsen. Die Erfindung des Holzschleifverfahrens und des Sulfit-Zelluloseverfahrens in Verbindung mit der Kombination von großen Holz- und Wasservorkommen brachte die Papierindustrie hervor.

Aus der Papierproduktion wächst die Druckindustrie. Der Tourismus, vor allem in Form von Kurbesuchen, steigert den Verkauf lokaler Produkte um die Jahrhundertwende. Durch die zunehmende Industrialisierung erfährt der sekundäre Sektor eine starke Diversifizierung in Form von Maschinen- und Metallbau, Druckereien, Schmuckindustrie, Papierproduktion und Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Im Zuge dieses Prozesses verliert die Bergbauindustrie jedoch an Boden.